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Ausstellung / Kunst
Freitag, 24.06.22, 10:00 Uhr

Excentric Abstraction

Die erste Präsentation der griechisch-amerikanischen Künstlerin in der Schweiz, die einige ihrer revolutionären Skulpturen, Gemälde und Arbeiten auf Papier zusammenführt. In Anlehnung an die berühmt-berüchtigte Ausstellung von Lucy Lippard, die 1966 in der Fischbach Gallery in New York stattfand, spielt die Ausstellung auf die exzentrische Abstraktion an, die Chryssa dazu veranlasste, über die unendlichen Möglichkeiten des Kunstschaffens nachzudenken. Chryssa experimentierte mit einer breiten Palette von Materialien wie Neon, Bronze, Aluminium, Gips und Plastik. Ihre Gemälde und großformatigen Assemblagen lassen die zeitgenössischen Konturen eines neuen Klassizismus erkennen, wie in einer exzentrischen Begegnung zwischen Tradition und Moderne. Mitte der 1950er Jahre verwendete sie ausrangierte handelsübliche Pappschachteln als Abgüsse für die Herstellung von Reliefs aus weißem Gips, die als Cycladic Books bekannt sind. Sie evozieren ein unentzifferbares antikes Alphabet, das auf den geheimnisvollen marmornen Kykladenidolen der Ägäisinseln basiert. Hier verwandeln sich die frenetischen Symptome des westlichen Konsumverhaltens in eine lyrische und kontemplative Abstraktion. Sie formte das Unfassbare, ein widersprüchliches Unterfangen, das in den Nachkriegsjahren zur Obsession werden sollte. Tief betroffen von den traumatischen Wunden des Krieges und der Besetzung Griechenlands durch die Nazis, untersuchte Chryssa die Macht der Kommunikation und griff Zeichen, Symbole und Buchstaben wieder auf, um der Zensur zu entgehen. Die Verschmelzung alter Reklameschilder und die serielle Entwicklung chinesischer Schriftzeichen, einzelner Buchstaben des Alphabets und von Zahlen sind Vorläufer der Ästhetik des Minimalismus. Chryssas sich wiederholende Zeitungsausschnitte und gestempelte Ölgemälde auf Leinwand hatten auch Auswirkungen auf die Pop-Genealogie des gerade erst eingeweihten Andy Warhol. Sie fügte Fragmente von Werbeanzeigen, Wetterkarten und Börsenkarten zusammen, indem sie darauf sich wiederholende Buchstaben und Linien nachzeichnete, die mit Symbolik durchsetzt waren. Diese bildnerische Strategie stellte die referenzielle Logik der Darstellung und die Frage nach dem Inhalt in Frage. Im New York der Nachkriegszeit war sie eine geschätzte Freundin von Agnes Martin, Louise Nevelson und Betty Parsons, mit denen sie ein intellektuelles Netzwerk des Widerstands innerhalb der patriarchalischen Abgeschlossenheit jener Zeit schuf. Agnes Martin und Chryssa, die in den 1960er Jahren eine unregelmäßige Beziehung führten, hatten ihre Ateliers auf dem Coenties Slip, einem kleinen Landstreifen im alten Hafen von Manhattan mit Blick auf die Brooklyn Bridge. Sie gingen dort gemeinsam spazieren und ließen sich von dem Anblick des Lichts inspirieren, das sich im Wasser des East River spiegelte. Zu dieser Zeit, als New York zu einem pulsierenden Kunstzentrum wurde, experimentierte Chryssa mit statischem und kinetischem Licht. Im Jahr 1966 stellte sie "The Gates to Times Square" fertig, das heute in der Albright-Knox Art Gallery in Buffalo, New York, zu sehen ist. Diese groß angelegte Installation in Form eines Tores ist eine ihrer bedeutendsten Skulpturen aus Edelstahl, Plexiglas und Neonröhren, die zu einer physischen Interaktion anregen, die das Individuum und das Kollektiv miteinander verbindet. Am Eingang des Portals explodiert die alles einhüllende Qualität des Lichts zu einer erschütternden Gesamterfahrung von Farbe, Rhythmus und Formen. Die Besucher durchschreiten das Tor wie auf einer Theaterbühne und eröffnen sich neue Wahrnehmungswege. Durch den Einsatz verschiedener Medien wie Zeichnungen, Licht, Optik und gefundene Objekte definiert Chryssa die Beziehung des Betrachters zu Raum und Zeit neu. Ihre Kreationen, die sich mehr an den Symbolismus anlehnen, reflektieren das innere Selbst und die äußere Welt, wobei sie das Licht als eine wenig erforschte Möglichkeit für die Bildhauerei einsetzt. Die fragmentierten und beleuchteten Zeichen, die den Rhythmus von New York City reflektieren, entwickeln sich in ihrer späten Praxis zu Verbindungen, die evozieren und andeuten sollen. Als Künstlerin forderte Chryssa die patriarchalische Kultur jener Zeit heraus, indem sie die komplizierteren Emotionen, die im Vokabular der Freiheit auftauchen, aufgriff.

Weitere Veranstaltungsdaten

Freitag 01.07.22 10:00 Uhr Samstag 02.07.22 11:00 Uhr Dienstag 05.07.22 10:00 Uhr Mittwoch 06.07.22 10:00 Uhr Donnerstag 07.07.22 10:00 Uhr Freitag 08.07.22 10:00 Uhr Samstag 09.07.22 11:00 Uhr Dienstag 12.07.22 10:00 Uhr Mittwoch 13.07.22 10:00 Uhr Donnerstag 14.07.22 10:00 Uhr Freitag 15.07.22 10:00 Uhr Samstag 16.07.22 11:00 Uhr Dienstag 19.07.22 10:00 Uhr Mittwoch 20.07.22 10:00 Uhr Donnerstag 21.07.22 10:00 Uhr Freitag 22.07.22 10:00 Uhr Samstag 23.07.22 11:00 Uhr Dienstag 26.07.22 10:00 Uhr Mittwoch 27.07.22 10:00 Uhr Donnerstag 28.07.22 10:00 Uhr Freitag 29.07.22 10:00 Uhr Samstag 30.07.22 11:00 Uhr Dienstag 02.08.22 10:00 Uhr Mittwoch 03.08.22 10:00 Uhr Donnerstag 04.08.22 10:00 Uhr Freitag 05.08.22 10:00 Uhr Samstag 06.08.22 11:00 Uhr Dienstag 09.08.22 10:00 Uhr Mittwoch 10.08.22 10:00 Uhr Donnerstag 11.08.22 10:00 Uhr Freitag 12.08.22 10:00 Uhr Samstag 13.08.22 11:00 Uhr Dienstag 16.08.22 10:00 Uhr Mittwoch 17.08.22 10:00 Uhr Donnerstag 18.08.22 10:00 Uhr Freitag 19.08.22 10:00 Uhr Samstag 20.08.22 11:00 Uhr Dienstag 23.08.22 10:00 Uhr Mittwoch 24.08.22 10:00 Uhr Donnerstag 25.08.22 10:00 Uhr Freitag 26.08.22 10:00 Uhr Samstag 27.08.22 11:00 Uhr Dienstag 30.08.22 10:00 Uhr Mittwoch 31.08.22 10:00 Uhr Donnerstag 01.09.22 10:00 Uhr Freitag 02.09.22 10:00 Uhr Samstag 03.09.22 11:00 Uhr Dienstag 06.09.22 10:00 Uhr Mittwoch 07.09.22 10:00 Uhr Donnerstag 08.09.22 10:00 Uhr Freitag 09.09.22 10:00 Uhr + Weitere Daten anzeigen

Veranstaltungsort

Galerie Bromer
Rämistrasse 3
8001 Zürich